professionell prekär?
Produktionsbedingungen in der (Freien) Theaterarbeit und wie sie anders werden können
Bundesland-Tour der Interessengemeinschaft Freie Theaterarbeit
Das andere Theater und die IG Freie Theaterarbeit laden herzlich ein:
Mo, 8. November – Theater im Bahnhof
(Elisabethinergasse 27a, Graz) – in Kooperation mit IG Kultur Steiermark
16:30 Szene-Treff/Infoveranstaltung
19:00 Podiumsdiskussion: Gratis ist nicht. Gerechte Bezahlung und wie wir sie erreichen können
Di, 9. November
10:00 – 12:00 Beratungen nach Voranmeldung
Ansprechpartnerin: Katharina Dilena, office@dasanderetheater.at
Berichte und Unterlagen
Bericht zur Veranstaltung mit weiterführenden Links
Bericht aus Sicht der IG Kultur Steiermark
Podiumsdiskussion "Gratis ist nicht" zum Nachhören
Radio Steiermark 7vor7 Kulturjournal vom 9.11.2010
Aus den Bundesländern
Einladungsflyer zu den Veranstaltungen in den Bundesländern
Livemitschnitt der Podiumsdiskussion „Theaterland Niederösterreich“
Im November begibt sich die IGFT auf eine Reise durch die neun Bundesländer Österreichs. Gemeinsam mit den BundeslandsprecherInnen hat das Team der IGFT Inhalte und Formate für die Tour entwickelt und auf Spezifika im jeweiligen Bundesland abgestimmt.
professionell prekär? bietet auf der Reise durch Österreich drei verschiedene Formate für Diskussion, Information und Vernetzung rund um das Thema Produktionsbedingungen für Theater, Tanz und Performance – im Spagat zwischen Selbstständigkeit und Anstellung – mit der Zielsetzung, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Wir werden über die kulturpolitischen Neuerungen im Feld der darstellenden Kunst, als Folge der Interministeriellen Arbeitsgruppen (IMAG‘s), die Vereinbarkeit von unselbstständiger und selbstständiger Tätigkeit, Neuerungen im Schauspielergesetz und im Sozialversicherungs- und Künstlersozialversicherungsgesetz informieren. Eine Richtgagenbroschüre für den freien Theaterbereich, von Tristan Jorde und Sabine Kock für die IGFT verfasst, wird präsentiert und auf der Ebene der monetären Entgeltung von Theaterarbeit für Diskussions-Zündstoff sorgen.
Informationsveranstaltungen
Die Informationsveranstaltungen haben bewusst den Zusatz Szene-Treff, um die Intention, bei diesen Zusammenkünften der Vernetzung und dem Austausch über die Situation vor Ort Raum zu geben, klar auszudrücken. Stärkere Vernetzung, Arbeit miteinander, Ressourcenteilung, Synergie-Nutzung und -Entwicklung sind im Hinblick auf die schlanken Budgetmöglichkeiten im freien darstellenden Bereich bis hin zu Veranstaltungsorten und Mittelbühnen an Bedeutung gewinnende Themen für professionell im Bereich tätige Menschen – aber auch solche die in Zukunft in diesem Bereich arbeiten wollen; gerade in Zeiten von knapper werdenden Finanzressourcen. Das unterstreichen auch die Kooperationen mit der IG KIKK (Interessengemeinschaft der Kulturinitiativen in Kärnten/Koroska), der IG Kultur Steiermark und der Kulturvernetzung Niederösterreich, die damit erste Akzente der für 2011 geplanten österreichweiten fair-pay-Kampagne der IG Kultur Österreich setzen. Ein weiteres Signal dafür, wie brennend das Thema Bezahlung und Entlohnung im Kunst- und Kulturbereich ist – wie sehr sich die Situation in den letzten Jahren im negativen Sinn verschärft hat.
Podiumsdiskussionen
Die Podiumsdiskussionen setzen entlang der oben beschriebenen Inhalte IMAGs, Schauspielergesetz und Richtgagenbroschüre spezielleren Bezug zur Situation von freiem Theater- und Kulturschaffen im jeweiligen Bundesland. Weitere Informationen, z. B. wer bei den Diskussionen am Podium sitzt, finden Sie in Kürze auf der Homepage der IGFT (www.freietheater.at) bzw. informieren wir darüber im kostenlosen e-mail-newsletter der IGFT (sollten Sie diesen in Zukunft erhalten wollen, reicht ein kurzes e-mail an office@freietheater.at).
Individuelle, kostenlose Beratungen
Mit im Reise-Handgepäck befindet sich der Beratungs-Wissensschatz der IGFT-Mitarbeiterinnen und der jeweiligen BundeslandsprecherInnen. Am Vormittag nach den Abendveranstaltungen bieten diese in jedem Bundesland, jeweils von 10-12 Uhr kostenlose, individuelle Beratungen zu folgenden Themenkomplexen an:
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Ø IG-Netz |
Ø Buchhaltung und Steuerrecht |
Ø Pressearbeit |
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Ø Sozialversicherung |
Ø Vereinsgründung und Vereinsrecht |
Ø Sponsoring |
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Ø Künstler-Sozialversicherungsfonds |
Ø Subventionseinreichungen |
Ø AMS |
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Ø Projektorganisation |
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Aus organisatorischen Gründen bitten wir um vorherige Terminkoordination inklusive der Angabe, zu welchem Thema (Themen) Sie Beratung suchen – bei entsprechender Nachfrage ist eine Ausweitung der Beratungszeiten möglich. Terminanfragen an Carolin Vikoler, c.vikoler@freietheater.at, 01/403 87 94.
Außerdem stehen wir und die BundeslandsprecherInnen für Gespräche mit PolitikerInnen und VertreterInnen der Politik zur Verfügung.
Diese Informations- und Diskussionstour durch Österreich wird durch Projektfinanzierungen der ÖSTIG und des bmukk ermöglicht – wir bedanken uns an dieser Stelle herzlich für die Finanzierung von professionell prekär? Die Veranstaltungen in der Steiermark finden in Kooperation mit dem Anderen Theater und der IG Kultur Steiermark, in Kärnten in Kooperation mit der IG KIKK, in Niederösterreich in Kooperation mit der Kulturvernetzung Niederösterreich und die Podiumsdiskussion in Innsbruck in Kooperation mit und im Rahmen des Festivals theater trifft (www.theatertrifft.at) statt.
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10 Jahre "Das andere Theater"
Die gesellschaftliche Relevanz des freien Theaters
Überall beherrscht die Krise den Diskurs, und innerlich stellt sich die Frage, worauf man verzichten wird, wo man sich beschneidet und was ein unerlässlicher Bestandteil des eigenen Lebens ist. Wir glauben, dass sich solche Fragen auch in größeren Zusammenhängen stellen. Es herrscht die landläufige Meinung, dass Kunst und Kultur keine überlebensnotwendigen Dinge sind. Naturgemäß können wir diese Ansichten nicht teilen und beziehen daher die Position, dass Kunst und Kultur Lebensmittel für eine aufgeklärte Gesellschaft sind. Dies gilt es zu sich zu nehmen, zu genießen und zu reflektieren.
Daher nimmt "Das andere Theater" sein 10jähriges Bestehen zum Anlass, einen Diskurs über die gesellschaftliche Relevanz des freien Theaters zu führen. In wirtschaftlich und politisch unübersichtlichen Zeiten wird es immer wichtiger, die soziale, gesellschaftliche und politische Relevanz freier Theater sichtbar und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Das freie Theater bietet auf unterschiedlichsten Ebenen Möglichkeiten zur Kommunikation und Partizipation - nicht nur für die am Produktionsprozess Beteiligten, sondern auch für das Publikum bzw. am gesellschaftlichen Prozess interessierte Personen. Daher ladet "Das andere Theater" alle am System Beteiligten ein, dieses Jubiläumsjahr für eine breite Diskussion zum Thema zu nutzen, um gemeinsam aufzuzeigen, in wie fern das freie Theater zu einer demokratischen Gesellschaft beiträgt.
Programm:
- 14. März 2009: Fahrt ins Blaue
- 13. Mai 2009, 16:00, Die prekären Freiheiten im Freien Theater, KSG
- 9. und 11. September 2009: bestOFFstyria Dialogveranstaltungen:
Die Relevanz des Freien Theaters am 9.9.2009 um 11.00 Uhr
Vernetzung in Theater und Tanz am 11.9.2009 um 11.00 Uhr
- 1. Dezember 2009: Fest im TTZ
Fahrt ins Blaue
1. Jubiläumsveranstaltung zu 10 Jahre "Das andere Theater"
Sa, 14. März 2009
Am 14. März gegen 10:30 versammelten sich die Mitfahrenden am Parkplatz neben der Grazer Oper. Der Bus stand schon bereit und es konnte losgehen. Ein kurzer Abstecher in die GVB-Garage in der Kärntnerstraße und ein Buswechseln (das Mikrophon im Bus hatte einen Wackelkontakt) erhöhten noch die gebotene Spannung - denn schließlich wusste niemand, wo die Reise nun wirklich hin ging - ab ins Blaue!
Einmal auf der Autobahn, begrüßte Reiseleiter Ed Hauswirth die Mitreisenden und erläuterte kurz, wie es zur Fragestellung des Jubiläumsjahres gekommen war: Worin besteht die Relevanz des freien Theaters heute? Beim Jour Fix mit Kulturstadtrat Wolfgang Riedler im Herbst 2008 war diese Frage aufgetaucht, die "Das andere Theater" mit seinem diesjährigen Schwerpunkt gerne stellen und beantworten möchte.
Besonderen Mut erwies dann Tasos Zembylas, der als einer der ersten "Buslektoren" zuerst sicherheitstechnische Fragen in den Raum warf. Er wählte schließlich die sichere Variante, während seines Impulsreferates sitzen zu blieben, um eine etwaige Vollbremsung unbeschadet zu überstehen. (Sein Referat liegt schriftlich vor und kann gerne im "Das andere Theater"-Büro angefordert werden.)
Zwei, drei Kurven trennten uns nach den Schlussworten von Tasos Zembylas noch von unserem Zielort - der Heurigenschenke "Zum Sterngucker" in Auersbach bei Feldbach. Strahlender Sonnenschein begrüßte die Reisenden und alle waren sichtlich erfreut über die schöne Aussicht, die gute Luft und die lockere Atmosphäre.
Nach einem kurzen Tratsch an der frischen Luft und einer Zigarette folgte der zweite inhaltliche Teil der Reise. Im Gespräch mit Ed Hauswirth und mit Ausschnitten aus zwei Theaterproduktionen lieferte Florian Malzacher einen Abriss über die Produktionsbedingungen im deutschsprachigen und im internationalen freien Theater (Auch dieses Referat liegt schriftlich vor und kann gerne im "Das andere Theater"-Büro angefordert werden.).
Nach viel geistigem Input war es nun Zeit, auch für das leibliche Wohl der Mitfahrenden zu sorgen, und so schritten alle zu Tisch, wo schon eine wunderbare Brettljause auf uns wartete. Während des Essens und beim anschließenden Verdauungsspaziergang durch die schöne Oststeiermark war noch viel Zeit zum Diskutieren, sich Kennenlernen und Ideen Austauschen bis es schließlich mit dem Bus wieder zurück nach Graz ging. Zum Abschied überreichte Ed Hauswirth allen Mitreisenden ein kleines Präsent aus seiner Plattenkiste.
Reiseleiter: Ed. Hauswirth (Vorstand "Das andere Theater")
Vortragende: Tasos Zembylas (Institut für Kulturmanagement, Wien), Florian Malzacher (Dramaturg Steirischer Herbst)
Organisation: Katharina Dilena, Caroline Oswald (für "Das andere Theater")
Gäste: Helga Mitterbauer, Herbert Nichols-Schweiger, Karin Hofmann, Maria Stradner und Begleitung, Andrea Egger-Dörres, Gernot Rieger, Klaus Seewald, Eveline Koberg, Ossi Weißensteiner, Christina Lederhaas, Johannes Schrettle, Christina Medina, Thomas Melde.
Die prekären Freiheiten im freien Theater
2. Jubiläumsveranstaltung zu 10 Jahre "Das andere Theater"
Mi, 13. Mai 2009, 16:00
Eine Kooperationsveranstaltung von IG freie Theaterarbeit, Das andere Theater und Kultur Macht Mensch.
Ort: Kultur Service Gesellschaft Steiermark, 8010 Graz, Glacisstraße 69
Gäste:
Sabine Muhar (Vorstandsmitglied der IGFT),
Monika Klengel (Theater im Bahnhof) und
Martin Horn (Das andere Theater, Theater Mundwerk)
Moderation: Wolfgang Kühnelt, pretty commercial
Im Publikum: Annika Luschin, Eveline Koberg, Johannes Schrettle, Caroline Oswald, Herbert Nichols-Schweiger, Martin Demel, Helga Mitterbauer, Maria Stradner (KORSO), Christina Lederhaas, Jürgen Gerger, Mirella Stephani, Karin Hofmann, Katharina Dilena
In den Räumen der Kultur Service Gesellschaft in der Glacisstraße 69 in Graz fand am 13. Mai eine lebhaft geführte Podiumsdiskussion mit dem Titel "Prekäre Freiheiten" statt. Anlass waren das 10-jährige Bestehen der Interessenvertretung "Das andere Theater" sowie eine neue Studie, die sich mit den Arbeitsbedingungen im freien Theaterbereich in Österreich befasst.
Unter der Leitung von Wolfgang Kühnelt diskutierten Sabine Muhar aus Wien, Schauspielerin und Vorstandsmitglied der IG Freie Theaterarbeit, Monika Klengel vom Theater im Bahnhof und Martin Horn, freier Schauspieler und im Vorstand von "Das andere Theater". Anhand der erwähnten Studie der Wiener Expertin Sabine Kock wurde an diesem Nachmittag ein Überblick über die Situation von freien SchauspielerInnen gegeben, die oft in äußerst schwierigen ökonomischen Verhältnissen leben müssen, statistisch gesehen ein Drittel weniger verdienen als der durchschnittliche Österreicher und rechtlich nicht selten in einer Grauzone agieren müssen. Fragen der Sozialversicherung, der Arbeitslosenunterstützung und die Forderung nach einer Anpassung des "Schauspielergesetzes", das aus dem Jahr 1922 stammt, dominierten die Statements vom Podium wie auch die zahlreichen Wortmeldungen aus dem Publikum.
Neben diesen durchaus komplexen Themen konnte man auch interessante Einblicke in die alltägliche Situation freier SchauspielerInnen gewinnen. Monika Klengel erklärte, wie es dazu kam, dass das Theater im Bahnhof österreichweit eine Vorreiterrolle in Sachen Anstellungen entwickelte. Martin Horn erzählte, warum er seine Entscheidung nicht bereut hat, dem Schauspielhaus Adieu zu sagen und statt dessen gemeinsam mit Nadja Brachvogel das Theater Mundwerk zu gründen. Und Sabine Muhar berichtete von den positiven Reaktionen auf die Studie und von den kommenden Verhandlungen zwischen der IG Freie Theaterarbeit und den zuständigen Ministerien.
Die gesellschaftliche Entwicklung hin zu immer kurzfristigeren Beschäftigungsverhältnissen, die vielen "neuen Selbstständigen" und die geringen Verdienstmöglichkeiten, insbesondere für Frauen, machen die schon seit längerem prekär lebenden freien SchauspielerInnen zu einer Gruppe, die für Kunst- wie auch für SozialpolitikerInnen von besonderem Interesse sein sollte. Oder wie drückte es Monika Klengel so treffend aus: "Würde man ‚den armen Poeten' neu malen, wäre er eine alleinerziehende Frau mit Kindern, das Manuskript ein Laptop, die Möbel aus Angebotskäufen, das Zuhause ist der Arbeitsplatz ist das Zuhause ist der Arbeitsplatz."
Am Ende der Veranstaltung zogen allerdings Klengel, Muhar und Horn unisono die Bilanz, dass es sich auf jeden Fall lohne, mit den "prekären Freiheiten" des freien Theaters zu leben. Die Forderungen, die vom Podium und vom Publikum formuliert wurden, wurden von Sabine Muhar dokumentiert, um sie unter anderem bei einer Konferenz von Kunstministerin Claudia Schmied Ende Mai in Wien zur Sprache zu bringen.
Kontakt: Weitere Informationen zur Studie und zur Podiumsdiskussion vom 13. Mai erhalten Sie bei bei Katharina Dilena von "Das andere Theater" (0316-720216).
Die Studien kann unter http://culturebase.org/home/igft-ftp/Prekaere_Freiheiten_IGFT.pdf als PDF heruntergeladen werden.
BEST OFF STYRIA 2009
Die Relevanz des Freien Theater
Dialogveranstaltung im Rahmen von bestOFFstyria 2.9
Mi, 9. September 2009
Im Rahmen des bestOFFsyria Festivals der Freien Theater fanden sich VertreterInnen des Freien Theaters wie auch des Stadttheaters zu einer Podiumsdiskussion zusammen. Unter der Leitung von Juliane Alton diskutierten Jürgen Flügge (Intendant), Martin Horn (Das andere Theater, Theater Mundwerk), Andreas Karlaganis (Schauspielhaus Graz), Kai Merken (Sophiensaele Berlin), Haiko Pfost (brut Wien) und Marianne Vejtisek (Kuratorin).
Destilliert man die Wortmeldungen der Diskussion rund um die Relevanz des (Freien) Theaters, so könnte man sagen: Die Relevanz liegt im Suchen neuer formaler Mittel um Themen zu transportieren so wie neuer Formen des diskursiven Verhaltens mit dem Publikum. Entpolitisierung, Angepasstheit, Ironie und Zynismus und eine gewisse Konsumhaltung sollten überwunden werden. Ist Theater kein öffentlicher Vorgang mehr, so Jürgen Flügge, hat es seine Relevanz verloren.
Die Polarität zwischen Stadttheater und Freiem Theater sei jedoch nicht mehr als solche aufrecht zu erhalten, die Wahlmöglichkeiten für Gruppen frei zu agieren, sich an (Ko-) Produktionshäuser anzubinden oder mit den sich öffnenden Stadttheatern zusammenzuarbeiten seien heutzutage größer. Vielmehr gehe es um die Fragen, für welche Öffentlichkeit und an welchen Aufgaben man arbeite. So habe es sich etwas das Schauspielhaus Graz zur Aufgabe gemacht, als Stadttheater repräsentativ für alle Zuschauerschichten da zu sein, was wiederum die Bewegungsfreiheit und Flexibilität einschränke. Umgekehrt könnten Freie Theater sich ihr Publikum aussuchen, gezielt mit ihm arbeiten, Ideen und Ästhetiken länger verfolgen, sich mit der Stadt eingehender auseinandersetzen.
So unterschiedlich die Produktionsbedingungen im Freien und im Stadttheater auch sein mögen, so sind sie doch durch ähnliche monetäre und strukturelle Einschränkungen gekennzeichnet: den Druck, in kurzer Zeit fertige Stücke liefern zu müssen, die Unmöglichkeit während der Proben alles in Frage zu stellen, zu riskieren, zu scheitern.
Die Freiheit des Freien Theaters bestünde darin, so Monika Klengl (Theater im Bahnhof), selbst definieren zu können, wie man seine Projekte anlegt, welchen Zeitrahmen man wählt, welche Orte und Produktionsbedingungen.
Doch fallen auch die Zeit zum Recherchieren, die Freiheit, den Augenblick und Zufälligkeiten zu nutzen und im Prozess einmal alles „gegen die Wand zu fahren“ oft dem Mangel an Eigenkapital zum Opfer, durch das man Durststrecken überwinden könnte. Edith Draxl (uniT) und Martin Baasch (mousonturm) sehen die Strukturen in Österreich und Deutschland im Mangel an Demokratie begründet, der Hierarchien nicht abbaut sondern weiterhin fördert.
Dies habe auch Einfluss auf Fragen der Förderpolitik, etwa jener der in Deutschland und Österreich gängigen „Gießkannenförderung“, die Althergebrachtes weiter fördert und für Junge immer weniger vom Kuchen überlässt. Vielmehr wünsche man sich ein sorgsames Evaluationssystem, d.h. eine Gruppe von Menschen mit künstlerischem Auge, die Vorstellungen besuchen und darüber reflektieren. Das Risiko schlecht beurteilt zu werden nehme man gerne in Kauf, wenn man sich endlich ernst genommen fühle und die Chance bestehe, Förderungen in einer angemessenen Höhe zu bekommen. Wirkliche Autonomie sei dann erreicht, wenn Künstler frei wählen können, wo und mit wem sie produzieren.
Text: Katharina Dilena
Vernetzung in Tanz und Theater
Dialogveranstaltung im Rahmen von bestOFFstyria 2.9
Fr, 11. September 2009
Am Podium: Walter Heun (Tanzquartier Wien), Veronica Kaup-Hasler (steirischer herbst), Martin Baasch (Mousonturm), Sabine Stenzel (tanzplan Dresden), Sabine Prokop (IG freie Theater), Martin Dietrich (TIGA, Sead Salzburg), Ursula Gigler-Gausterer (IG Tanz Steiermark, Int. Bühnenwerkstatt)
Moderation: Eveline Koberg
Nach der Vorstellung der DiskutantInnen ging es am Beginn der Diskussion um die Vor- und Nachteile einer internationalen Vernetzung in Netzwerken wie IETM, Nationales Performance Netz, ONDA, EU-Projekten etc. Kritisiert wurde, dass oft „abstruse“ Netzwerke (Veronica Kaup-Hasler) entstünden, um an Gelder der EU oder anderer Stellen zu kommen. Martin Baasch meinte, dass durch Netzwerke und das damit einhergehende Touringsystem Produktionen immer einheitlicher und für viele Auftrittsorte geeignet sein müssten, was die Freiheit der KünstlerInnen einschränke.
Sabine Stenzel berichtete von der Arbeit von tanzplan in Deutschland. Durch die Verdoppelung der Gelder, die die Gebietskörperschaften für Tanz ausgaben, durch die Stiftung, konnte der Stellenwert von Tanz in Deutschland gehoben werden. Leider läuft das Programm im nächsten Jahr aus und in vielen Fällen ist die Folgefinanzierung noch unsicher.
Sabine Prokop unterstrich, dass Vernetzung auch Arbeit bedeute. Gerade im Fall des Projekts TIGA (Tanz in ganz Austria) fehlten die personellen Ressourcen, um das Projekt zu betreuen, wie Martin Dietrich berichtete. Der Bund sehe es nicht als seine Aufgabe an, diese Arbeit und die dazu erforderliche Infrastruktur zu bezahlen, weshalb TIGA großteils ehrenamtlich arbeite.
Dass es beim Netzwerken auch und vor allem um Inhalte gehen sollte, betone Ursula Gigler-Gausterer.
Ausgehend von der Frage, inwieweit Netzwerke oder Interessensgemeinschaften wie die IG freie Theater oder die neu gegründete IG Tanz Steiermark alle Beteiligten zu ihren Mitgliedern zählen müssten, um als legitime Vertretung angesehen werden zu können, wurde nun der Fokus der Diskussion auf Graz gelegt.
Wichtig sei es, dass die Mittelverteilung nicht über die Netzwerke passiere, so Walter Heun. Bevor ein Netzwerk gegründet werden könne, gelte es zu klären, was die Ausgangsituation sei und was von allen Beteiligten erreicht werden wolle. Erst wenn es einen gemeinsamen Nenner, eine gemeinsame Zugrichtung gebe, könne das Netzwerk wirken. Sabine Prokop fasste die Funktionen einer Interessensgemeinschaft zusammen: die Sichtbarkeit der Szene erhöhen, Transparenz herstellen und demokratische Vorgänge einfordern, Bedürfnisse vermitteln.
Nach einer kurzen Zusammenfassung der Situation der Grazer Tanzszene, verlagerte sich die Diskussion immer mehr darauf, wie der Tanz in Graz gestärkt werden könne. Wichtig sei es, so Walter Heun, sich durch Stipendien und Residences immer wieder Input von Auswärts zu holen und Möglichkeiten zur Interaktion mit lokalen TänzerInnen und ChoreografInnen zu schaffen. Wenn Graz dafür bekannt sei, dass es gute Produktionsbedingungen biete, würden auch „ausgewanderte“ Grazer und andere Tanzschaffende in Graz produzieren. Außerdem müsse, so Jürgen Flügge im Publikum, durch gezielte Jugendarbeit ein Publikum aufgebaut werden. Durch die Förderung von Touring und Vernetzungsprojekten wie TIGA sollte es Grazer Tanz- und auch Theaterschaffenden ermehrt möglich sein, ihre Arbeiten auch in anderen österreichischen Städten und im Ausland zu präsentieren.
Text: Katharina Dilena
Wir kochen Graz ein!
10 Jahre "Das andere Theater" - Eine Schaukochen.
Die freie Szene kocht zum 10. Geburtstag von "Das anderen Theater" auf!
Und was wird es geben?
Gekocht werden Zutaten, die die Politik, steirische Festivals und die Wirtschaft der freien Szene zur Verfügung stellen. Man kann also im Moment nur raten: Broccoli von den Grünen, Rote Rüben von den Sozialdemokraten, Rettich von der ÖVP, vielleicht.
Es kann aber auch ganz anders kommen, ein reich gedeckter Tisch oder eben Nichts. Wir bereiten alles zu. Die Relevanz des freien Theaters als Buffet. Wir werden sehen.
P.S.: Ein Zutatenspendenbrief geht dieser Tage an die obengenannten Institutionen, Mahlzeit. Selbstverständlich kann man sich auch als Privatperson zum Gönner entwickeln. Dann eben einfach melden!
Bevor es weiter geht.
Es soll einmal noch so richtig gefeiert werden! Das große Fressen oder das große Knurren. Dazu Djs und Musik, dass sich die Balken biegen. Angeblich wird diesmal auch genug Bier eingekühlt.
Wir kochten Graz ein! Und wie!
Zum 10. Geburtstag von "Das anderen Theater" kochte die freie Szene am 1. Dezember im TTZ Graz kräftig auf!
Gekocht wurde mit Zutaten, die die Politik, steirische Festivals, Presse und Wirtschaft der freien Szene zur Verfügung stellten. Ein reichhaltiger Gemüsekorb frisch vom Markt von der KulturServiceGesellschaft Steiermark, Basmati-Reis vom Kulturamtsleiter Dr. Peter Grabensberger, würzige Chilis und Kapern von der Kunst Uni Graz, Öl, Essig und Gewürze von den Grazer Grünen und zum Abschluss Schokolade vom steirischen herbst. Das waren nur einige der Zutaten, aus denen die kreativen Köchinnen und Köche aus der steirischen freien Theaterszene herrliche Gerichte zauberten - und das in der Mikrowelle!
Überbackene Kartoffeln, Gemüse-Curry-Reis, Chili-Sin-Carne mit steirischem Speck und ein Debrezina-Kürbis-Gulasch und als Nachtisch herrliche heiße Schokokuchen mit Vanillesauce und Schlag!
Debrezina-Kürbis-Gulasch
Zwiebel und Knoblauch klein schneiden und mit Kürbiswürfeln und Kartoffelstücken ab ins Kochgeschirr. Mit etwas Gemüsebrühe, Olivenöl und passierten Tomaten übergießen. Würzen mit Salz, Pfeffer, Kümmel und Chilli (Paprika wäre sicher gut, hatten wir keinen). Dann bis die Kartoffel fast fertig sind "mikrowellisieren" und gegen Ende die in Scheiben geschnittenen Debreziner dazugeben. Bei Bedarf nachwürzen. (Martina Zinner und Gabriela Hiti, Theater im Bahnhof)
Fotos auf facebook
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Die Rolle regionaler Tageszeitungen im
Kultur- bzw. Theaterbetrieb im internationalen Vergleich, 1.Teil & 2.Teil
eine Recherche von Mag. Caroline Oswald
im Auftrag von Das andere Theater - IG Freie Theater Steiermark
Im Büro von Das andere Theater stehen die Original-Artikel aus dem Untersuchungszeitraum zur Ansicht bereit.
Und hier zum Download Teil 1 und Teil 2.
Freimaurer sind wir alle
Wie funktioniert Lobbyarbeit im Freien Theater?
Eine Recherche von Mag. Caroline Oswald
im Auftrag von Das andere Theater - IG Freie Theater Steiermark, September 2008
Und hier zum Download: Lobbyarbeit im Freien Theater
Nur Dancingstars gibt man den Gnadenschuss
Der Ball der Freien Szene
Ein Tanzevent für die Szene, ihr Publikum und ihre Politik
Mit viel Bewegung und lauter Musik.
Bildlicher Rückblick:
Hier können Sie sich
Videos (1 / 2) von "Nur Dancingstars gibt man den Gnadenschuss" ansehen ...
Termin war Mittwoch, 6.Juni, 20.00 Uhr
TTZ –Tanz- & Theaterzentrum Graz (ehem. Kristallwerk)
Viktor Franzstr. 9, 8051 Graz
Es war genauso wie im echten Fernsehen: SchauspielerInnen aus der freien Szene kämpften mit tanzenden KönnerInnen im Walzertakt, Quickstep und Sambaschritt, Schauspielerinnen legten einen Cha-Cha-Cha, einen Rumba, einen Tango mit tanzenden KönnerInnen gnadenlos auf das Parkett.
Eine Jury, ein Saalvoting, Showacts, Moderatoren der Spitzenklasse. Glanz und Glorie, Enttäuschung und Neid, Bewegung bis die Balken krachten. Am Ende kürten alle gemeinsam einen Sieger und es gab eine Riesenfete im Namen des freien Theaters von Graz. Und ein Verhackertbrot gratis!
Und das gabs alles im TTZ –Tanz- & Theaterzentrum Graz (ehem. Kristallwerk).
Wir danken allen TheatermacherInnen, tanzenden Könnern und allen, die zum Erfolg dieses 1.Balls der Freien Szene beigetragen haben!